"die erbern Lüte ab Rüthy

gemeinlich ze Schennis an den Bul

und offneten mit fürsprechen,

si hetten in Gastermatt

teil und gemeind

und steg und weg,

als vil und als ver,

als die von Schennis

und die von Wenkhelen

und die us dem rieth,

und baten, ob si das jahren oder lougneten."

Der Auszug aus einem Gerichtsurteil von 1356 aus Schänis gilt als der älteste Beweis der Existenz von Ortsgemeinden im Bezirk Gaster. Rüttiberg musste seine Weiderechte auf der Gastermatt verteidigen, die von Bauern aus Schänis und Winkeln angezweifelt wurden. Das Gericht gab den Rüttibergnern recht, und diese wünschten ein schriftliches Urteil, um künftigen Streitigkeiten vorzubeugen.

Frei übersetzt ergibt sich folgender Wortlaut:

"Die ehrbaren Leute ab Rüti (gelangten) gemeinsam an das Gericht in Schänis und brachten vor, sie hätten in der Gastermatt Allmeind-, Weg- und Brückenrechte so viel und so sehr wie die von Schänis und die von der Winkeln und die aus dem Ried und baten, das zu bejahen oder zu leugnen."

Spuren bis ins frühe Mittelalter

Graf Hunfried von Istrien wusste sehr wohl, warum er sein Gelübde - für das Geschenk der kostbaren Kreuzreliquie ein Kloster zu gründen - etwa im Jahre 820 gerade in Schänis einlöste. Es galt, die Nordwestgrenze des Bistums Chur zu sichern. Diese Grenze verlief während Jahrhunderten bei der Letz in Maseltrangen. Das untere Gaster gehörte zum Bistum Konstanz. Schon früher hatten Reichenauer Mönche das Kloster Benken gegründet. 744 schenkte die führende alemannische Familie des Landolt und der Beate grosse Teile von Uznach dem Kloster St. Gallen. Andererseits gehörte das Land Glarus zum Kloster Säckingen, und Kaltbrunn wiederum wurde um 950 nach Einsiedeln zinspflichtig.

Im Spannungsfeld so vieler Herren verloren die seit etwa 550 ansässigen und ehemals freien alemannischen Bauern ihre Unabhängigkeit. Dafür konnte die schon von den Römern unterworfene keltische Urbevölkerung (Helvetier und Raeter) etwas freier atmen. Bis zirka 900 entstand die grosse Schicht von sogenannten Eigenleuten der Klöster. Unserer Vorfahren waren aber nie derart unterjocht wie römische Sklaven. Sie durften sehr wohl Häuser, Vieh und Landgüter besitzen. Einschränkungen bestanden bei der Freizügigkeit, der Ehefreiheit und wegen der Pflicht zu allerlei Frondiensten und Abgaben.

Einzelne Geschlechter gewannen in der folgenden Zeit auf Kosten der Klöster bedeutend mehr Macht. In unserer Gegend waren es die Grafen von Toggenburg, von Rapperswil und vor allem von Habsburg, welche die ausgestorbenen Lenzburger und Kyburger beerben konnten. Um nun zwischen den mächtigen Grafen und den Klöstern nicht aufgerieben zu werden, mussten sich die Bauern enger zusammenschliessen, um ihre noch verbliebenen Rechte zu verteidigen, denn im Erfinden neuer Abgaben waren die Behörden schon damals recht eifrig. Oft ging es darum, neue Frondienste abzuwehren. Gemeinsam gelang dies besser, als einem einzelnen Untertan.

Stammfamilien vor 1805:

Giger

Hug *

Jud

Kaufmann

Zweifel

Kölbli *

Pfiffner *

Ab 1805:

Schön *

Tremp *

Hässig *

 

 

 

 

Eingebürgert bis 1950:

Eggenberger *,  Kälin *, Lingeri *

Eingebürgert 1950-2000:

Bandelli *, Van Dingstee *,  Pawlaczyk, Schawalder, Seliner, Zentner, Luchsinger, Maag,

Einbürgerungen ab 2000:

Selimovic, Comic, Gubser, Schwizer, Tesic

(* nicht mehr in der Gemeinde ansässig)

Rüttiberg, 18.04.2017/W. Giger